ZEICHENPRIESTER
Zeichen, Zorn und Zeilen







Buchenrinden platzen, braches Land.
Windräder schieben rotierende Wand.
Kathedralen aus Stahl, wo der Wald einmal stand.









Sie schlagen Schneisen für Stahltürme in den Wald.
Hönisches Dröhnen über dem Land.
Wie hart wird er sein, der Schlag?
Eher ein langer schlechter Atem,
der uns niederzwingt.





Brackiges Land, überriechende Handtücher
ausgebreitet als Ölsaaten im schalem Gelb.





Naturgeister im aufsteigendem Nebel.
Irrglauben - abgetan von lauwarmen Agnostikern,
deren Füße niemals den Boden berühren werden.
Manchen jedoch ist es vergönnt,
in einer ruckartigen Bewegung,
gleich den Griffen der Hypnotiseure,
die Schädel nach oben zu reißen,
um dort, zwischen den schmutzigen Säumen der Großstadtlofts;
die Lücken auzuspüren
wo Irrwichte kreisen,
eifrig, mit winzigen Flügeln.





In den Ergüssen der Influencer
arrangieren sie Landschaften
aufgewärmt als romantische Komposition.
In Wahrheit stehen sie
mitten auf der Abraumhalde einer Zivilisation,
deren Wehklagen über das eigenen Unvermögen,
sogar noch als Werbekampagne,
den Leuten das Geld aus der Tasche zieht.